Visuelle Triggerwarnungen

Gestern bad die liebe Nora Bendzko mich, meine Art der Triggerwarnung, anhand von Beispielseiten, zu teilen.
In dieser Nacht habe ich mir Gedanken darüber gemacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich das in mehr als ein paar Bildern auf Twitter tun möchte.

Eigentlich sollte man meinen, dass es unnötig ist zu erklären, was eine Triggerwarnung ist. Gestern gab es wegen einer Glosse in einer Fachzeitschrift einen großen Aufschrei, der mich an etwas erinnert hat.

Die Disskusion auf Twitter

Twitter ist nicht die Welt. Viele Menschen auf Twitter setzten sich intensiv mit Themen auseinander, die dem Großteil der Buchbranche verschlossen bleiben. Das ist nicht schön, aber Tatsache.

Die gute Nachricht ist: Wir können die Zukunft sein. Wir können die sein, die in den Literaturbetrieb hineinwachsen und ihn verändern. Wir können ihn von den alten Wegen führen und aufzeigen, wie es für alle besser geht.

Dabei müssen wir aber auch akzeptieren, dass eben nicht jeder so sensibel ist. Bis ich über Twitter mit Triggerwarnungen konfrontiert wurde, wusste ich nicht einmal, dass es sie gibt. Der Blick verändert sich, doch er tut es nur langsam.

Zu Triggerwarnungen selbst, und warum sie sinnvoll sind, werde ich in diesem Artikel nichts schreiben, dass hat Ela Brand bereits professionell zusammengefasst.

Artikel: Mythbusting: Triggerwarnungen in Büchern

Triggerwarnungen spoilerfrei einbauen

Eine Möglichkeit, Trigger spoilerfrei einzubauen, habe ich in meinem Debüt umgesetzt.
Wolfkisses – Ankunft der Jäger ist eine Romantasy-Reihe und obwohl es mittlerweile gang und gebe ist, im Fantasy- und sogar im Romance-Bereich brutaler und blutiger zu schreiben, möchte ich meinen Lesern die Möglichkeit geben auszusteigen.

Ich hatte einige Ansätze zu Triggerwarnungen gesehen und viele dazu haben mir einfach nicht gefallen. Da gibt es die Möglichkeit über die betroffenen Kapitel eine kurze Notiz zu machen, aber hier fürchte ich dass, was viele Kollegen mit wehenden Fahnen verteidigen: es spoilert.

Welche Option habe ich also noch? Natürlich kann ich einfach eine Liste der Trigger und wo sie sich befinden hinten in das Buch schreiben, doch im Lesefluss denkt da auch keiner mehr dran. Das hielt ich auch für wenig praktikabel. Zumindest, wenn die Liste für sich allein steht.

Meine Lösung ist simpel. Ich habe das Inlay für mein Buch selbst gestaltet, ich wollte etwas besonderes und habe mich an dem orientiert, was ich bereits vor mir hatte und die Liste hinten im Buch, mit einer Warnung im Vorwort und Bildsymbolik kombiniert.

Wie das aussieht, seht ihr auf den folgenden Bildern.

Das Vorwort:

Im Vorwort sind die Trigger erwähnt.

Das Wort Triggerwarnung habe ich dabei herausgehoben, damit man es auch im “Vorbeigehen” sieht. Nicht jeder liest das Vorwort, aber ein vergrößertes, dickes Wort in anderer Schrift fällt auch beim Überblättern auf.

Die Erklärung

Hier trifft man zum ersten Mal auf das Symbol, dass im Buch die Trigger ankündigt.

Ein Leser, der keine Triggerwarnungen braucht wird es also erst im Text das erste Mal bemerken und es dort für eine Verzierung halten.

Spoilern und “oh jetzt wird es spannend” Effekten wird damit vorgebeugt.

Kapitel ohne Trigger

Kapitel ohne Trigger erkennt man an dem kleinen Wolf neben dem Kapitelanfang.

Die Liste ist nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Sie hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein großer Trigger lauert ist hier wesentlich geringer.

Später im Kapitel wird es noch eine Triggerwarnung geben, wie erkläre ich weiter unten.

Warnung im Buch

Im Buch selbst, sieht die Warnung dann so aus. Neben dem Kapitel befindet sich die kleine Grafik, die den Leser darauf vorbereiten kann, dass auf den folgenden Seiten ein Trigger lauern kann.

Diese Seite ist harmlos, der Trigger befindet sich erst auf Seite 62, ist jedoch hier bereits angekündigt.

Ähnlich funktioniert das auch, bei Szenen im Text. Wenn ich in der Szene die Perspektive wechsle, kündige ich das mit dem kleinen Wolf an, der auch die “Triggerfreien” Kapitel markiert. Folgt eine Szene die einen Trigger enthält, der sich nicht durch das ganze Kapitel zieht, oder ist der Trigger später im Kapitel wird die Szene mit der Lampe eingeleitet.

Die Liste

Die Liste habe ich ganz bewusst, auf den letzten drei Seiten des Buches angebracht. Sie steht sogar hinter der Werbung für Band 2 und für die Bücher meiner Kolleginnen.

Das hat nichts damit zu tun, dass ich diese Liste für unwichtig halte, doch mir war es wichtig einen Platz nutzen, den man während des Lesens leicht erreichen kann.

Hier reicht es, die Buchrückseite aufzuklappen, und schon ist man bei der Liste.

Die Website

Wolfkisses hat auch eine eigene Website und auf dieser kann man die Trigger ebenfalls online nachlesen.

Vielleicht hilft das dem ein oder anderen bei der Entscheidung, ob er Triggerwarnungen umsetzten will.

Welche Möglichkeiten kennt ihr noch? Wie kann man Triggerwarnungen noch spoilerfrei anbringen?

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3 thoughts on “Visuelle Triggerwarnungen

  1. Ich finde es schön, wie du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast und ich finde deine gewählte Lösung wirklich perfekt und noch dazu schön gestaltet. Wenn ich jemals einer meiner Geschichten veröffentlichen sollte (in zehntausenden Jahren vielleicht) , werde ich es ähnlich handhaben, der Hinweis vorne und die Auflistung hinten und die Markierung bei dem jeweiligen Kapitel ist echt ein super Sache. In einem von meinem Projekt spielt Essstörung eine Rolle, da es aber kein Hauptthema der Geschichte ist, beschränkt es sich auf ein paar Kapitel und da wäre es gut, dass mit der Markierung bei denen das zu machen.

    Danke für deinen informativen Beitrag!

    1. Hallo Nadine,

      es freut mich, dass der Artikel dir helfen konnte! Verliere dein Ziel der Veröffentlichung nicht aus den Augen! Ein Wort nach dem anderen und du bist schneller Fertig, als du dachtest.

      Alles Liebe
      Katania

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