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Preisaktionen als Marketing

Heute werde ich mal etwas machen, was normal scheinbar keiner tut.
Heute spreche ich über Zahlen.

Die Werbemaßnahmen

Vom 15ten bis zum 21ten Mai hatte ich zum Jubiläum von Wolfkisses – Ankunft der Jäger eine Preisaktion gestartet.
Anstelle der üblichen 3,99 € gab es das E-Book auf allen Plattformen schon für 1,99 €.
Um die Aktion publik zu machen habe die Chance gleich genutzt, um verschiedene Werbeplattformen auszuprobieren. Diese Aktion hat meinen Blick für zukünftige Aktionen, nein eher noch für mein zukünftiges Autorenleben geprägt.
Neben meinen üblichen Kanälen wie Twitter und …. naja Twitter habe ich mich dazu entschlossen sowohl bei Kind-of-Book, als auch bei Buchdeals, und dazu noch bei Buchregen einen Platz zu mieten und ich hatte noch ein gewissen Budget nur für Werbung auf Instagram geplant.Wie bereits festgestellt, lief die Aktion über 7 Tage und in dieser Zeit griffen verschiedene Werbemaßnahmen, die ich euch hier einmal vorstellen möchte.

Tolino Media

Da wäre zum Beispiel die Erwähnung im Thalia-Deal der Woche, um die sich Tolino-Media gekümmert hat. Ein großes Lob an die wunderbaren Menschen, die dort arbeiten und einem immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Jeder der sich rechtzeitig (am besten mindestens 3 Monate vorher (früher geht immer)) meldet, hat übrigens die Möglichkeit auf die Werbemaßnahmen von Tolino zurückzugreifen. Alles was es euch kostet, ist eine freundliche Mail an das Tolino-Media Team.
Der Deal lief die ganze Woche und beschränkte sich natürlich auf die Thalia-Käufer.

Instagram

Meine zweite dauerhafte Werbung war Instagram. (Kosten 14 € / Tag sind aber individuell einstellbar)
Ich hatte einen Post erstellt und diesen beworben. Geplant war, ihn die ganze Woche zu bewerben, jedoch versickerte der Erfolg dafür deutlich nach 2 Tagen weshalb ich dann drei Tage paussierte, um ihn gegen Ende der Aktion noch einmal zu starten.
Was ich hier herausgefunden habe ist:
-Es macht durchaus Sinn auf das Bild zu schreiben, bis wann der Deal geht, gerade die letzten 2 Tage haben nochmal ein wenig was rausgerissen.
-Wenn man die Werbung pausiert und wieder startet verbraucht er nicht das Tagesbuget, sondern geht bis ans Maximum des Gesamtbugets. Für das nächste Mal würde ich hier also zwei gesonderte Aktionen schalten.
-Für das nächste Mal plane ich auch eine Landing-Page, von der aus man die verschiedenen Stores anklicken kann, anstelle direkt auf einen bestimmten Store zu verlinken.
-Ich werde wohl in Zukunft öfters mal ein oder zwei Tage Werbung hier schalten.

Kind of Book

Am 16.5 wurde da Buch auch auf der Seite von Kind-of-Book gelistet.
Diese Seite informiert Leser jeden Tag über Bücher, die auf Amazon entweder Reduziert oder gratis angeboten werden.
Das Preismodell ist etwas undurchsichtig. Eine Anzeige kann hier zwischen 1 € und 17 € kosten.
Für meinen Werbeplatz habe ich 6,50 € bezahlt.
Was man hier wissen sollte ist, dass die Aktualisierung der Seite erst zwischen 15.00 und 18.00 Uhr erfolgt. Daher würde ich empfehlen die Seite nicht unbedingt auf den letzten Tag zu Buchen, da es schade wäre, wenn die Klicks an dieser Stelle ins Leere laufen.
Auch für die nächste Preisaktion gerne wieder.

Buchdeals

Ebenfalls am 16.5 hatte ich den Newsletter bei Buchdeals registriert. Ich hätte hier gerne noch den ein oder anderen Deal dazugenommen, war aber einfach zu spät dran.
Durch die Neuregistrierung hatte ich einen Rabatt und habe anstelle der üblichen gut 30 Euro lediglich um die 20 bezahlt.
Eigentlich sollte ich die Klicks aus dem Newsletter im Autorenbereich einsehen können, doch diese Funktion will zumindest bei mir nicht. Eine Kollegin hat hier gute Erfahrungen mit dem »Buch des Tages Push App« gemacht aber wie gesagt, da war ich einfach zu spät dran.
Was Buchdeals gemacht hat, ohne dass ich es extra zubuchen musste, war, mein Buch auch auf der Homepage im Newsfeed anzuzeigen. Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass meine zwei Kobo-Verkäufe (die später nicht in der Tabelle sind) von dieser Seite kamen.
Ich hatte mir mehr versprochen, werde aber hier auch noch ein wenig was ausprobieren.

Buchregen

Als letzte Maßnahme hatte ich noch Buchregen genutzt. Mit 35,70 Euro war es für mich die teuerste Plattform, die Reduzierte Bücher anbietet und wie bei Kind of Books kam das Buch erst Abends auf die Seite.
Die Buchung hier ist etwas seltsam. Es gibt ein Formular, und von dort eine Weiterleitung zu Paypal, aber danach folgten keine Auftragsbestätigung oder Rechnungsstellung. Bis auf die Bestätigung von Paypal, dass ich Geld gezahlt hatte kam hier nichts. Bis heute auch keine Rechnung.
Trotzdem war am 20.5, wie gebucht, die Werbung gegen Abend online.
Gemessen an dem Preis hätte hier deutlich mehr gehen müssen. Als teuerster Anbieter fällt er für mich in Zukunft raus.

Aber was hat es gebracht?

Aber ich hatte euch Zahlen versprochen und die sollt ihr auch bekommen.

Grob überschlagen habe ich “Wolkisses – Ankunft der Jäger” in dieser Zeit 151 mal verkauft. Was einen Umsatz von 106,07 € erzielt hat.
Seit beginn der Aktion wurden zusätzlich noch 26 EBooks von “Wolfkisses – Clanmächte” also dem zweiten Teil gekauft. Was immerhin um die 17% Folgekäufe macht. (Stand 27.5)

Gekostet hat mich das ganze ungefähr 165 Euro. +/-

Hier also eine möglichst übersichtliche Tabelle, über Kosten und Verkäufe von Band 1 – Wolfkisses – Ankunft der Jäger

DatumTolinoAmazonThalia
Deal der Woche
InstagramKind of BooksBuchregenBuchdeals
15.516 (11,80 €)8 (5,20 €)0 €14 €
16.515 (11,10 €)34 (22,10 €)0 €14 €6,50 €20 €
17.510 (7,40 €)5 (3,25 €)0 €14 €
18.52 (1,48 €)2 (1,30 €)0 €7 €
19.52 (1,48 €)1 (0,65 €)0 €
20.511 (10,50 €)9 (5,85 €)0 €14 €35,70 €
21.512 (7,80 €)21 (15,44 €)0 €35 €

Fazit

Die Preisaktion war für mich ein Erfolg. Ich bin an Erfahrung reicher und freue mich darauf, die nächste Werbeaktion zu planen. Was ihr bei den Zahlen bedenken müsst ist, dass verschiedene Genres verschieden gut auf den Plattformen laufen. Ein Thriller oder reiner Romance hätte vermutlich eine weitere Reichweite bekommen, als verliebte Werwölfe in Los Angeles. Nur weil etwas für mich funktioniert oder nicht funktioniert hat heißt das nicht, dass es für dich gleich laufen muss.

Nun aber zu meiner ersten Erkenntnis. 3,99 sind für ein E-Book zu wenig. Als Autor habe ich mich mit dieser Preisaktion eigentlich doppelt um meine Einnahmen betrogen. Wobei, dass nicht das richtige Wort ist. Viele Verkäufe wären ohne die Preisaktion ja gar nicht erst zustande gekommen. Aber rechnen wir mal.

Bei 3,99 € für ein E-Book bekomme ich 70% vom Nettoerlös, was ca 2,60 € ausmacht.

Dadurch, dass ich den Lesern 50 % nachlasse passiert jedoch nicht die Halbierung meiner Einnahme, sondern Amazon und Co haben sich da etwas viel witzigeres ausgedacht.
Ein E-Book dass unter 2,69 € kostet bekommt bei Amazon nur noch 35% vom netto, bzw. bei Tolino 40%. Das heißt:

Bei 1,99 € für ein E-Book bekomme ich 35 % vom Nettoerlös und das sind 0,65 €.

Nehmen wir also die 149 Bücher die ich zu 1,99 verkaut habe.
149 Bücher zu 0,65 € – 0,70 € ergibt 106,07 € (35% Marge)
Zu der normalen 70 % Marge wären das knapp über 200 Euro. Damit wären all meine Werbemaßnahmen gezahlt gewesen.

Ich muss also, um auf den gleichen Gewinn wie bei einem E-Book zum Normalpreis zu kommen gleich mal 4 Stück verkaufen.
Das ist erstaunlich deprimierend, und bedenkt man, wie viel Zeit und Geld in veröffentlichten Büchern steckt ist es auch erschreckend.

Was tun?

Vermutlich hätte keiner meiner potentiellen 149 neuen Leser das Buch für 3,99 gekauft, oder überhaupt gekauft, wenn es nicht in den Deals gewesen wäre und ich hoffe, dass ihnen die Geschichte um die Wölfe so gut gefällt, dass sie dranbleiben möchten. Trotzdem bleibt für mich nur eines zu tun.
Ende des Jahres werde ich die Preise für die E-Books anheben. Die Margenhalbierung der E-Book Distributoren lässt mir keine Wahl, als hier einen Mindestpreis von 5,99 € zu setzten. Die Preisreduktion ist ein mächtiges Marketingmittel, das ich nicht missen kann, aber ich kann auch nicht 75 % der Einnahmen verschenken.

Aber wisst ihr, was mich die Preise auch hochsetzten lässt? Meine Bücher sind es wert. Ich arbeite Monatelang jedem einzelnen. Zusammen mit einem tollen Team. Jeder von uns hat es verdient bezahlt zu werden und 0,65 ct pro E-Book sind zu wenig. Es ist nicht das Papier, das ihr bezahlt. Es ist die Geschichte.

Zur Transparenz: Es ist kein Geld geflossen, damit ich die verlinkten Seite erwähne oder verlinke.

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